Koshari: Ein Fest für die Sinne
Kairo, die pulsierende Multi-Millionen Metropole; eine Stadt, die Jahrtausende überbrückt und in der Geschichte und Moderne Hand in Hand gehen. Neben den antiken Pyramiden und großen Moscheen beeindrucken die Einwohner von Ägyptens Hauptstadt inmitten des alltäglichen Chaos mit ihrer Energie, Gottvertrauen und guter Laune. Was ist ihr Geheimnis? Die Antwort: Ein kulinarischer Schatz, der seit Generationen Einheimischen und Besuchern Kraft für den Tag gibt: Koshari.
Ist Koshari ein Eintopf?
Der bunte Mischmasch aus Reis, Nudeln, Linsen, Kichererbsen, Zwiebeln und Tomatensoße wird oft als ägyptisches Nationalgericht bezeichnet, denn er ist Zeugnis des reichen kulturellen und kulinarischen Erbes des Landes.
Wie, also ist Koshari ein Eintopf? Ja, und Nein. Das Gericht ist viel komplizierter als es scheint: Koshari ist ein kulinarisches Mosaik und nährt Kairo das Herz und die Seele.
Der Ursprung des vegetarischen Essens ist so vielfältig wie Kairo selbst: Seine Wurzeln gehen auf das indische Gericht „khichdi“ zurück, eine Kombination aus Reis und Linsen. Koshari aber entwickelte sich dank Aromen und Kniffen aus der türkischen, italienischen und nahöstlichen Küche weiter. Alle Zutaten eines guten Koshari müssen getrennt gekocht werden. Da ist zum einen der Reis – langkörnig und weiß bildet er die eine nahrhafte und neutrale Grundlage des Koshari. Dann werden braune oder grüne Linsen langsam weich gekocht: sie verleihen dem Gericht einen erdig-nussigen Geschmack und liefern wichtige Proteine und Ballaststoffe. Nun die Nudeln: am besten sind kleine Makkaroni oder Penne, was dem Gaumen einen reizvollen Kontrast gibt. Dieses Erbe des italienischen Einfluss auf die ägyptische Küche saugt später auch die würzige Soße auf. Kichererbsen – „Hummus“ auf Arabisch – verleihen dem Koshari eine cremige Textur. Nun heißt es Zwiebeln dünn schneiden und frittieren; sie krönen das Gericht als knusprig- süße Garnierung. Last but not least wird eine reichhaltige, gewürzte Tomatensoße über die Zutaten geträufelt. Diese gibt dem Koshari dank ihrer vielfältigen Gewürze einen kräftigen Geschmacksschub: Kreuzkümmel, Knoblauch und Essig schaffen ein harmonisches Gleichgewicht aus herzhaften und würzigen Noten.
Koshari: Die Zubereitung
Das Gericht klingt einfach, aber seine Zubereitung ist kompliziert; wesentlich sind Kombination und Zubereitung. Nur nicht hudeln: Jede Zutat wird einzeln gekocht und dann in einer großen Servierschale geschichtet. Die Tomatensauce wird großzügig darüber gegossen, und die knusprig gebratenen Zwiebeln dann als krönender Abschluss dazu gestreut. Moderne Varianten schlagen einen Klecks Knoblauchsauce oder Chilipaste vor: Für alle, die den Vorwurf der Koschari-Ketzerei nicht fürchten.
Sinnbild der kulinarischen Identität
Koshari ist für Ägypter zum Sinnbild ihrer kulinarischen Identität geworden: Ein Zeugnis ihrer reichen Geschichte, ihres Einfallsreichtums und ihrer Kreativität. Es wird vom Präsidenten bis zum Straßenhändler gerne gegessen: Genieße das würzige Gericht im Café am Eck und in edlen Restaurants, denn das Gericht überwindet soziale und wirtschaftliche Unterschiede. Es fängt die Essenz Kairos ein – wie die größte Stadt Afrikas ist Koshari ein Fest für die Sinne.
Top Tip: Wo das beste Koshari essen?
‚Abou Tarek‘ nahe dem alten Ägyptischen Museums ist gewiss die bekannteste Adresse für die schlichte, Straßen-Version des Gerichtes. Dutzende von internationalen Zeitungen haben über den Laden geschrieben – und alle Artikel hängen hier an der Wand. Komm, koste und lies selbst! Nach den heissen und staubigen Strassen der Stadt mit all ihren Wundern ist die Pause hier ein wahrer Genuss.
www.facebook.com/koshariabotarek/
Ein Fest für die Sinne ist das ‚Koshari‘ im ‚Scirocco‘ Restaurant des St. Regis, einem neuen Luxus-Hotel in Kairo und einer Begegnung der anderen Art: Miete dich hier ein und nah-östlicher Luxus und perfekte Gastfreundschaft umgeben dich vom ersten Augenblick an. Genieße den Tisch auf der Terrasse hoch über dem Nil, dem Gewühl der Straßen entzogen und doch tief im Herzen des Jahrtausend alten Reichs.
www.marriott.com/en-us/hotels/caixr-the-st-regis-cairo/dining/
Text: Ellen Alpsten
© Titelbild: Omar Elsharawy/Unsplash





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