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Penny Noire Weinbar, die inspirierendste Vinothek in der Mother City

Die Penny Noire Weinbar ist sicherlich kein Geheimtipp mehr – aber auf jeden Fall ein kleines Juwel, das Du unbedingt besuchen solltest.

Als “Mother City”, also Mutterstadt, bezeichnen Südafrikaner ihre älteste größere Niederlassung – weil, jedenfalls behaupten dies viele, irgend jemand einmal niedergeschrieben hatte, „Kapstadt die einzige Stadt in Südafrika sei, die sich selbst als „Metropole“ bezeichnen dürfe“. Aus der dem griechischen entlehnten Vokabel, die sich aus ‘metros’ = ‘Mutter‘ und ‘polis‘ = “Stadt“ zusammensetzt, entstand der liebevolle Spitznamen. Kapstadt ist dynamisch, bunt und jung, vielfältig und kreativ – mit einer lokalen Weinindustrie, die Edles für die Welt produziert. Einige der bekanntesten Anbaugebiete Südafrikas liegen direkt in und um Mother City herum. Und natürlich wird der hier auch getrunken. In Kapstadt verstehen sehr viele Menschen etwas vom Wein, manche sind ausgewachsene Expertinnen. Penny Setti zum Beispiel, die eine zauberhafte Weinbar, mit Namen Penny Noire, betreibt.

Penny Noire Weinbar
Penny Noire Weinbar Kapstadt, Cantina

Kapstadt und die Weinregionen

Die wichtigsten:
Stellenbosch, bekannt für seine Cabernet Sauvignon-Weine, ist eines der ältesten und bekanntesten Weinanbaugebiete in Südafrika. Franschhoek, das beliebte Touristenziel, wegen der hohen Dichte an Restaurants, ist bekannt für seine Sauvignon Blancs und Chardonnays. Paarl, hier entstehen überwiegend Shiraz-Weine, aber auch Brandy. Das älteste Weinanbaugebiet in Südafrikas heißt Constantia, bekannt für seine süßen Weine und schließlich das aufstrebende Weinanbaugebiet Darling für Sauvignon Blancs. Es gibt natürlich noch ein paar mehr.

Die Trauben der hier überwiegend vorkommenden Rebsorten, aus denen Rotwein gekeltert wird, sind Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz. Ausserdem der südafrikanische „Eigenbau“ Pinotage, einer Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsaut. Mit viel Sonne entsteht eine voluminöse, fleischige Traube, die sich ausgezeichnet zu sogenannten „Cape Blends“ verarbeiten läßt, der Mischung aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz und eben diesem Pinotage.

Die Weißen (Weine natürlich!) Südafrikas werden aus der verbreiteten Rebe Chenin Blanc gekeltert, weit weniger häufig vertreten sind Chardonnay und Sauvignon Blanc.

Weinanbaugebiet Stellenbosch Südafrika
Weinanbaugebiet Stellenbosch Südafrika, Weingut Kleinood

Die Sommelière in der Penny Noire Weinbar

Hier lebt, wirkt und arbeitet eine junge Frau, die gut zu Kapstadts zugedachten Attributen passt und wie kaum eine andere etwas vom „edlen Nass“ versteht: Penny Setti ist ihr Name. Mit ihren wachen, unruhigen Augen und einem unwiderstehlichen Lächeln eröffnet sie die Konversation, fragt leise nach, erklärt geduldig, hört zu. Man merkt schnell, sie macht das aus einem bestimmten Grund.

„Gezielte Fragen und aufmerksames Zuhören hilft mir, gedanklich ein Profil des Gastes zu erstellen, erklärt die Frau, die aus Sambia stammt, „um einen passenden Wein zu finden.“ Ob das funktionieren kann, ist vorstellbar, in jedem Fall aber entwickeln sich interessante Gespräche über Wein, natürlich, über das Leben im Kapstadt allgemein und über unsere unterschiedlichen Lebenswege, die uns heute letztendlich alle zusammen in der Penny Noire Weinbar, so heißt das Lokal, zusammen geführt haben.

Die Sambierin Setti kam 1999 nach Südafrika, arbeitete wie viele Studentinnen als Kellnerin. In ihrem Fall zu Beginn im Restaurant La Galleria in Makhanda, wo sie sich infizierte – am Weinvirus! Mehrere Servicestationen in Kapstadt vertieften ihr Interesse und ließ eine Erkenntnis in ihr reifen: „Du mußt wissen, was Du da verkaufst!“, sagt sie, „das Produkt verstehen“. So wurde aus der Servicekraft eine Lernende, dann durch Studium und Praktika eine studierte Sommelière, das abschließende Diplom wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ihr Wissensdurst und ihre Beharrlichkeit trieb sie irgendwann entlang dieses oenologischen Werdegangs gewissermaßen „natürlich“ in die Arme des Chefkochs und späteren Unternehmers Liam Tomlin. Fünf Jahre lang managte sie nämlich Tomlins berühmtem Chefs Warehouse & Canteen in Kapstadts Bree Street. Und der hob schon bald die Hände, übergab kampflos sein Weinangebot Wünschen und Auswahl der neuen Wein-Chefin. Und die weiß natürlich um die Qualität arrivierter Anbieter, bevorzugt dennoch Produkte kleiner, eher unbekannter Weingüter, die oft nur ein klein wenig, aber entscheidend „anders“ sind. Manchmal ersetzt Herzblut durchaus industrielle Reife.

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Weinbar Kapstadt Weißwein
Penny Noire Weinbar Kapstadt
Penny Noire Weinbar Südafrika

Die Sommelière in der Penny Noire Weinbar

Das alles zahlte sich für Penny Setti aus, sie wurde, sagen wir es ruhig, berühmt. Und nachdem es Tomlin gelungen war, zwar Lebensmittelhandel und Restaurants im „Local at Heritage Square“ zu Kapstadts Feinschmecker-Hot Spot aufzuwerten, ihm aber ein entsprechend niveauvolles Weinangebot fehlte, füllte Penny Setti 2017 diese Lücke. Die stimmungsvolle Weinbar „Penny Noire“ war geboren. Kein eigenständiger Stahl- und Glaspalast, sondern ein zum Stadtviertel, den umliegenden Märkten eingepasstes Lokal mit natürlichem Lichteinfall und Reflexionen. Die Einrichtung nimmt sich dunkel zurück, die hier Arbeitenden sind durch die Bank hinweg zauberhafte, emphatische Menschen.

Doch liegt das Penny Noire schon ein wenig in einem Wespennest. Zwar lebt es sich im Kapstadts Zentrum gut, aber eben auch in unmittelbarer Nachbarschaft großartiger Lokale, mit anderen Worten ernstzunehmender Konkurrenz. Dorrance Winery, Leo’s Wine Bar im Max Bagelsund so mach andere, sind erstklassige Adressen für Weinkenner und solche, die es werden wollen. Auf diese Misslichkeit angesprochen erwiderte Penny Setti in einem Interview, dies sei für sie kein Problem, sondern eher Inspiration, denn „wo es Wein gibt, sind alle fröhlich!“ soll sie dazu gesagt haben.

Das ist schon so. In der Penny Noire Weinbar von Penny Setti.

Penny Noire Weinbar
98 Shortmarket St
Cape Town, 8001
Südafrika
Telefon: +27 63 161 3484
www.pennynoire.com

Text: Christoph Hoppe
Bilder: Judith & Christoph Hoppe

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