
Schloss Neuschwanstein © Judith Hoppe
Schloss Neuschwanstein wird zentrales Element eines neuen Konzeptes für Vergnügungspark
Bei der letzten Bürgerversammlung stiegen die Schwangauer auf die Barrikaden: Die auch als „Ludwig-Schlösser“ bekannten Anwesen Schloss Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee sind hinter verschlossenen Türen an den malayischen Investor Me Do La verkauft worden. Seine Immobiliengruppe, die in Kuala Lumpur ansässige No Me Do La, will weltweit ein neues Vergnügungsparkkonzept einführen, in dessen Mittelpunkt, „authentische, historische Gebäude“ wie Schloss Neuschwanstein stehen sollen, die „sich schon weltweit einen Namen gemacht haben“. Ein ortsansässiger Landwirt hat für diese Entscheidung überhaupt kein Verständnis: „Mei, wenn des der Kini wüsst, der tät sich fei im Grab umdrehen.“
Malaysischer Investor freut sich über den Coup, Schloss Neuschwanstein zu kaufen
Me Do La hingegen zeigte sich sichtlich erfreut über diesen genialen Coup: „Disneyland war gestern. Wir gestalten die Zukunft und werden der Menschheit völlig neue Freizeiterfahrungen bieten. Zunächst werden wir Ludwig II. als Hologramm wieder zum Leben erwecken und Führungen durch seine Schlösser durchführen lassen. Natürlich müssen wir auch an der Erreichbarkeit arbeiten, der Fußmarsch vom Parkplatz hoch zum Schloss Neuschwanstein ist eine echte Zumutung für die Besucher. Wir denken an eine Schwebebahn – für eine Transrapid-Anbindung ist die Strecke schlicht zu kurz.“

Schon jetzt ist Schloss Neuschwanstein bei asiatischen Besuchern sehr beliebt. © Judith Hoppe
Aus für Schloss Neuschwanstein als UNESCO-Welterbe?
Ein Vertreter des UNESCO-Gremiums, der namentlich nicht genannt werden möchte, zeigte sich erschüttert: „Mit diesem unglaublichen Schritt dürfte die Bewerbung der Ludwigs-Schlösser zur Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO wohl endgültig vom Tisch sein.“
Die Bayerische Schlösserverwaltung war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch was aus Schloss Hohenschwangau werden soll, das offensichtlich nicht verkauft wurde, ist noch nicht bekannt.
Nachtrag der Redaktion vom 2. April 2015: Liebe Leser, Sie haben es wahrscheinlich schon geahnt: Mit diesem Bericht haben wir Sie kräftig in den April geschickt. Wir drücken den Königsschlössern weiterhin fest die Daumen für eine Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe.

Christoph Hoppe
Judith Hoppe

Judith Hoppe