Ein Blick in Keralas Küche: 1.001 Rezepte mit Kokosnuss

Kerala ist neben seinen Ayurveda-Tempeln über die Landesgrenzen hinaus auch für eine hervorragende Küche bekannt. Und das kommt nicht von ungefähr. Da wäre zunächst die Form des Bundesstaates: einer Chilischote nicht unähnlich, im Westen durch die Arabische See und im Osten durch die Gebirgskette der Western Ghats begrenzt.

Sowohl im Hochland wie auch in den Küstenregionen werden zahlreiche Gewürze, wie zum Beispiel Pfeffer, Kardamom, Nelken, Ingwer, Muskat, Kurkuma und Vanille angebaut, die zahlreich in der Küche verwendet werden.

Keralas Küche

Traditionelles Thali mit Rote-Bete-Roti, Krabbencurry, Spinat Thoran und Papadam © Swa Swara/cgh earth

Der Name Kerala leitet sich aus der Koskosnuss ab, Kera heisst Kokosnussbaum. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich die Kokosnuss, ihre Milch und ihre Flocken in zahlreichen Gerichten in Keralas Küche wiederfindet. Die schmackhaften Ergebnisse werden häufig noch in der traditionellen Weise auf frisch geschnittenen Bananenblättern serviert.

Selbstverständlich gehört in Kerala mit seiner Lage an der Küste und den Backwaters auch frischer Fisch auf die Karte. In vielen fernen Ländern vergeht mir nach dem Besuch des lokalen Fischmarktes regelmässig der Appetit auf selbigen. Nicht so in Cochin. Hier bekommt man so richtig Hunger, wenn man den Fischen in die glänzenden Augen schaut, die Fischhändler neben den chinesischen Fischernetzen dabei beobachtet, wie sie liebevoll die frisch gefangenen Tiere ordentlich auf dem zerstossenen Eis in Reih und Glied ausrichten.

Die Fischernetze sind ein über 650 Jahre altes System. Die sie betreibenden Fischer sind angestellt. Der Fang gelangt per Auktion zu den Fischhändlern, die ihre Stände direkt neben den Netzen aufgebaut haben.

Der Spaziergang durch Cochin hat uns hungrig gemacht. Wir kehren zurück ins Brunton Boatyard Hotel. Das History Restaurant ist für seine Fusionküche bestehend aus portugisieschen, holländischen, syrischen und Anglo-Indischen Elementen, bekannt. Warme Hölzer bilden einen gemütlichen Rahmen für unser Abendessen.

Indischer Salat

Salat aus Bananen, Bohnen, Curry-Blättern, Senfkörnern und rotem Chili © Swa Swara/cgh earth

Küchenchef Ajdeeth begrüsst uns und will wissen, wonach uns der Sinn steht. Wir einigen uns auf die traditionelle Frucht Keralas, die Kokosnuss, die sich dann auch wie ein roter Faden durch das Menü zieht. Wir beginnen mit einem Hühner-Curry in Kokosnussmilch, das angenehm scharf ist, ohne uns die Geschmacksnerven direkt beim ersten Gang zu verbrennen. Das Hauptgericht ist ein typischer Malabar-Fisch, der zusammen mit in Kokosnuss-Öl gebratenen Okraschoten und Kartoffeln in einer Kokosnuss-Sahne serviert wird.

Obwohl wir danach eigentlich schon satt sind, können wir beim Nachtisch einfach nicht wiederstehen: Es ist eine Mousse aus Kokosnuss-Milchpulver mit ein paar herrlich frischen Früchten, über die Ajdeeth ein paar geröstete Kokosnuss-Raspeln gestreut hat.

Typisch für Keralas Küche ist nach dem Essen der Genuss des so genannten „Meter-Tees“, bestehend auf heißem Tee mit Milch, Zucker, Kardamom, Zimt und Nelken. Der Name stammt vom Eingießen des Tees aus einem Meter Höhe über dem Becher.

Am Ende bekommen wir noch warmes Zimtwasser über die Hände geschüttet und nehmen den süßlichen Duft noch lange nach dem Essen als kleines Souvenir an einen zauberhaften Abend wahr.

Text: jb

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