Aktuelles Magazin

Reisenews

25.04.2012 15:15

Kinderfreundliches Angebot im Mandarin Oriental Dhara Dhevi, Chiang Mai

Spaß und Erholung für die ganze Familie im Norden Thailands

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04.04.2012 15:30

Faszinierendes Sri Lanka zwischen Mystik und Gegenwart

Mit Lotus Travel Service auf erlebnisreichen Rundreisen die Perle im Indischen Ozean entdecken

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01.03.2012 15:00

Neue Kraft für Kopf und Körper in der Mongolei gewinnen

Auf der Impulsreise durch die Mongolei setzt Gesundheitscoach Barbara Luigs auf die Weite und Stille der Wüsten- und Steppenlandschaft

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29.02.2012 12:30

Tauchen mit Schildkröte Taino auf den Turks & Caicos

Neues Schildkrötenprojekt des Amanyara-Resorts will Schildkröten vor Aussterben retten

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06.02.2012 09:30

Sinn & Werte integriert Kraft der Delfine in Mentaltrainingsprogramm in Ägypten

Schnorcheln mit freilebenden Delfinen verleiht mentalen Trainingseinheiten noch stärkeren Impuls

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17.01.2012 19:00

Shangri-La streicht Haifischflossen von der Speiskarte

Die asiatische Hotelgruppe verzichtet in allen 72 Hotels und Resorts auf Haifischflossenprodukte und andere bedrohte Arten auf dem Teller

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Fordlandia - vergessene Stadt im Dschungel

Mitten im Dschungel Brasiliens wollte Ford ein amerikanisches Kleinstadtidyll errichten

Fordlandia – der Name klingt irrwitzig. Das perfekte nordamerikanische Kleinstadtidyll mitten im Dschungel – das klingt größenwahnsinnig. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es diese Stadt, mitten im Amazonas: aus dem Boden gestampft von Henry Ford, einem der reichsten Männer seiner Zeit. Um sich die Rohstoffe zu sichern, die er für die Automobil-Produktion brauchte, wollte er eigens eine Stadt für die Arbeiter der Kautschuk-Plantagen errichten.  Da Ford  mit steigendem Absatz nämlich auch immer mehr Gummi für die Autoreifen benötigte, schien ihm seine Idee passend.  Er kaufte brasilianisches Land, ein 25.000 Quadratkilometer großes Hügelareal am Ostufer des Rio Tapajos, und ließ es roden, um dort Gummibaum-Plantagen in großem Stil zu errichten.

Das Projekt war zum Scheitern verurteilt, denn durch die enormen Brandrodungen wurden mehrtägige und unkontrollierbare Feuer entfacht, die der Natur ungeheuren Schaden zufügten. Dies lag sicherlich auch daran, dass Fords Vorhaben ausschließlich wirtschaftlichen Interessen folgte. Er brachte als einer der Ersten kapitalistische Denkweisen nach Südamerika. Nie hatte er Biologen oder Agrarwissenschaftler konsultiert und sie um eine Einschätzung der Durchführbarkeit seines Groß-Projektes gebeten. Er hatte nur ein Ziel: Die Unabhängigkeit vom Monopol der südostasiatischen Gummi-Wirtschaft. Ursprünglich gab es den Gummibaum nämlich ausschließlich in Südamerika. 1876 schmuggelte allerdings der Engländer Henry Wickham 70.000 Gummibaumsamen aus Brasilien nach Großbritannien. Der anschließende Anbau in Malaysia war ein voller Erfolg, denn einerseits war das dortige Klima dem des Amazonas sehr ähnlich, andererseits gab es dort die Schädlinge, von denen die südamerikanischen Pflanzen oft  befallen wurden, nicht. So war also der Grundstein für ein Weltreich der Gummi-Produktion gelegt worden. Als nun Fords Auto-Industrie boomte, er immer mehr Gummi, den er teuer aufkaufen musste,  für die Herstellung seiner Autoreifen benötigte, entwarf er den Plan, sein eigenes Gummi-Imperium am Amazonas zu gründen und selbst Weltmarktführer zu werden.

Dieser Ehrgeiz trieb ihn an und ließ ihn viele wichtige Details vernachlässigen. Zwar gab es in der Stadt im Dschungel ein fortschrittliches Krankenhaus und man warb mit kostenlosen Schulen für die Kinder, aber das Zusammenleben der Nordamerikaner mit den indigenen Arbeitern und deren Familien funktionierte nicht reibungslos. Die Nordamerikaner drangen nämlich einfach in das gewohnte Lebensumfeld der Ortsansässigen ein und drängten ihnen ihre US-Ansichten auf. Es wurden Siedlungen errichtet mit Häusern, die in Michigan vorgefertigt worden waren und anschließend nach Brasilien verschifft wurden. Diese Häuser hatten Betonboden und Blechdächer: Die Hitze im Inneren muss unerträglich gewesen sein. Doch nicht nur die Bauweise sollte exportiert werden, die Arbeiter sollten auch nordamerikanische Werte, Verhaltensweisen und Essensgewohnheiten übernehmen. Alles sollte perfekt idyllisch sein. Ford schien sich auf einer Art Mission zu befinden und wollte die braslianischen Arbeiter mit Stechuhren nach US-Vorbild, die keine Rücksicht auf dir tropische Mittagshitze nahm, zu mehr Disziplin erziehen. Er versuchte, das Leben seiner Arbeiter bestmöglich zu kontrollieren. So war auch am Wochenende ein festes Programm vorgeschrieben. Im Laufe der Zeit führte dies natürlich zu Unzufriedenheit. Es kam außerdem immer wieder zu Aufständen der brasilianischen Arbeiterschaft, bei denen die Nordamerikaner um ihr Leben fürchteten.

 

Zusätzlich gab es noch weitere Probleme: Die höheren Ford-Mitarbeiter wurden fernab der Heimat schon bald untreu und betrogen das Unternehmen um große Summen Geld. Viele der Arbeiter, die Ford von den USA nach Brasilien geschickt hatte, kamen außerdem mit dem Klima nicht zurecht, wurden krank, hatten Malaria. Die Ausstattung und die Arbeitswerkzeuge fehlten und waren minderwertig. Das gerodete Land wurde von den heftigen tropischen Regenfällen teils einfach weg geschwemmt. Mühsam wurden dann Terrassen errichtet. Doch die Plantagen wurden immer wieder von Schädlingen und Pilzen befallen.

 

1945 zog sich Henry Ford, der übrigens niemals selbst vor Ort war, schließlich aus dem Regenwald zurück: Es hatte keinen Sinn mehr. Auf dem Weltmarkt hatte Brasilien nie bedeutende Exportzahlen zu verbuchen: Auf dem Höhepunkt der brasilianischen Produktion im Jahr 1934 schaffte das Land einen Anteil von nicht einmal einem Prozent an der gesamten Kautschuk-Produktion weltweit. Die Ausbeute war zu gering und es konnte bereits synthetischer Gummi hergestellt werden. Das Projekt war auf ganzer Linie gescheitert. Es war ein wahres Fiasko - für die Natur und für Ford. Heute ist Fordlandia eine verlassene Geisterstadt im Dschungel.

 

Damals war das Leben vom ewigen Fortschrittsglauben geprägt: Viele Menschen waren überzeugt, dass die Technik alles kann und dass die Menschheit in kurzer Zeit in der Lage sei, den Dschungel des Amazonas zu „bändigen“, zu „bezwingen“, zu industrialisieren. Diese Einstellung dominiert heute glücklicherweise nicht mehr.

Auf einer Reise in diese einzigartige Region könnten Sie sich von der unsagbaren Schönheit der Flora und Fauna verzaubern lassen. Sehen Sie diesen einmaligen Lebensraum, den der Mensch nicht aus Gier zerstören darf, mit eigenen Augen.

Gastartikel von: Südamerika Reiseportal

 

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